Dienstag, 27. November 2012

Bob fahren auf Taa-Nrum L-6-4

Letztes Mal habe ich meinen Freunden einen tollen Vorschlag gemacht: lasst uns Bob fahren!
Es gibt auf Taa-Nrum L 6 4 keinen Schnee, so kalt ist es auf dem ganzen Planeten nicht, aber Dünen mit ganz feinem Sand gibt es, der sich sogar zum Snowboarden eignet, wie du weißt.
Bobs wird man auf Taa-Nrum L 6 4 vergeblich suchen, es gibt überhaupt kein Plastik auf diesem Planeten (und die Bewohner leben trotzdem ganz gut!) Aber: es gibt die Tikameni-Bäume, die außerhalb von Knaperalasiite wachsen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie sehr große, feste Blätter haben. Braun sind sie, falls dich das interessiert und genauso lang wie ich groß bin.
Und auf diesen Blättern, habe ich mir gedacht, kann man prima die Dünen runterrutschen wie auf einem Bob, das wird bestimmt lustig! Maki, Totu, Tara und Wala waren natürlich begeistert von meiner Idee!
Ich komme zurück nach Taa-Nrum L 6 4, meine Freunde haben die Blätter bereits gepflückt. Wieso sie wissen, wann ich komme und wohin, das ist ein großes Rätsel. Sie wissen es einfach. Sobald ich irgendwo auf dem Planeten ankomme, sind sie kurz darauf zur Stelle, oder warten bereits auf mich.
Maki und Totu nehmen mich wie üblich in die Mitte, Wala trägt die Blätter und dann sausen wir in Windeseile in die Sandwüste.
Ich hab schon erwähnt, dass alles auf Taa-Nrum L 6 4 so schnell ist. Meine Freunde können laufen, das glaubst du nicht! Wenn es rasch gehen muss, heben sie mich hoch und tragen mich.
Diesmal halten sie mich verkehrt. Nein, nicht kopfüber, hihi, sondern mit dem Rücken nach vorne und dem Gesicht nach hinten. Da kann ich besser atmen.
Hast du schon mal probiert, mit dem Kopf aus dem Fenster eines fahrenden Autos nach Luft zu schnappen? Ist fast unmöglich, nicht? Und wenn meine Freunde mit mir in ihrem Affentempo durch die Gegend sausen, dann habe ich das Gefühl, ich würde meinen Kopf aus einem Flugzeugfenster halten! Verkehrt rum ist es besser.
Wie immer sind wir in Windeseile dort, wo wir hinwollen, diesmal in der Wüste. Totu sieht die Düne, die am höchsten ist, die nehmen wir! Maki und Wala sausen mit mir rauf, Tara und Totu folgen uns.
Feigheit ist das Letzte, was man meinen Freunden vorwerfen kann. Sie haben so etwas wie Bob fahren noch nie gemacht und die Düne ist wirklich steil, aber kaum sind wir oben, rutschen Maki und Totu auf ihrem Blatt-Bob nach unten! Wala, Tara und ich folgen ihnen sofort.
Und es ist völlig unglaublich, ich komme als erster unten an! Ich bin der Sieger! Es gibt tatsächlich etwas, in dem ich besser bin als meine Freunde! Das gab’s noch nie, seit ich die vier Quomaianer kennengelernt habe. Der Jubel meiner Freunde ist groß, sie umarmen mich stürmisch. Sie kennen keinen Neid und freuen sich aufrichtig über meinen Erfolg.
Kaum sind wir unten, laufen meine Freunde und ich, genauer gesagt, Totu und Wala mit mir und Maki und Tara hintendrein, so laufen wir die Düne wieder rauf. Und auf den Blättern der Tikameni-Bäume wieder runter. Und wieder rauf und wieder runter. Und immer bin ich der Schnellste! Die Erklärung dafür ist einfach, ich bin leichter als meine Freunde und gleite daher schneller über den Sand. Meine vier Quomaianer freuen sich wie verrückt darüber, jedes Mal wenn wir unten ankommen, umarmen sie mich und jubeln.
„Petera isti der Beste“, sagt Totu.
„Peter ist der ist der schnellste Bobfahrer!“, ruft Maki.
„Whir Quhomaihanher shind doch nicht inh allhem bhesser als ihr Mhenschen“, bestätigt Tara.
„Brravvvo, Pppettterrr“, lobt mich Wala.
Das nächste Mal stößt sich Maki fortwährend mit den Beinen ab, aber er ist trotzdem nicht schneller. Totu tut es ihm nach und die beiden machen ein richtig fettes Wettrennen! Wala und Tara fahren auf einem Blatt runter, damit werden sie nur noch langsamer. Ich warte, bis meine Freunde unten angekommen sind und mache eine Solofahrt. Slalom mit dem Blatt-Bob, ja, das klappt gut! Applaus, Applaus, danke!
Nun nehmen mich Tara und Wala in die Mitte und wir sind im Nu wieder oben auf der Kuppe der Düne. Eigentlich geht das schneller als das Runterfahren. Gegen das Laufen meiner Freunde hat nichts eine Chance.
So, der nächste Durchgang. Maki, Tara und Wala hüpfen aufs Blatt und runter geht’s, ich tue es ihnen nach. Was macht Totu, der Oberspaßvogel? Er klemmt sich das Blatt zwischen die Beine, hält es mit der einen Hand vor dem Körper, mit der anderen hinter seinem Körper fest und läuft nach unten! So was!
Es sieht wahnsinnig komisch aus, wenn mein Freund mit seinen dünnen Beinen durch den Sand stakst. Und er lacht dabei aus vollem Hals, laut und wie immer schrecklich ansteckend: „Knaknaknaknakna!“
„Unfair, Totu!“, rufe ich und versuche vergeblich, ein ernstes Gesicht zu machen, „du bist ein Schummler!“
„Nein“, antwortet mein Freund, „ichi bin eina Sieger! Knaknakna!“
Zwei Sekunden später hat Totu seine Siegesfahrt, nein, seinen Siegeslauf beendet, er lässt sich sofort in den Sand fallen, dreht sich auf den Rücken und strampelt mit den Beinen in die Luft, ohne mit dem Lachen aufzuhören. Das ist eine Eigenart meiner Freunde. Wenn sie etwas ganz, ganz lustig finden, dann lachen sie nicht einfach – und das in den eigenartigsten Tönen – sondern sie werfen sich zusätzlich auf den Rücken und zappeln mit den Beinen in der Luft. Wer da nicht mitlachen kann, hat wahrscheinlich überhaupt keinen Humor!
Nachdem wir unten ankommen, hüpfen Maki, Tara, Wala und ich von unseren Blätter-Bobs, werfen uns zu Totu auf den Rücken und strampeln ebenfalls mit unseren Beinen. Ich ersticke fast vom vielen Lachen, es ist jedes Mal dasselbe. Totu und seine Ideen!
Als ich mich aufsetze – bin ich in meinem Bett! Wieder ist ein lustiges Abenteuer mit meinen Freunden viel zu rasch vergangen.
Schade!

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